/
Dogodki
/
Konference

To delo avtorja Siglinde Clementi je ponujeno pod Creative Commons Priznanje avtorstva-Nekomercialno-Deljenje pod enakimi pogoji 4.0 Mednarodna
Der Themenvorschlag geht von der Annahme aus, dass adelige Verwandtschaftsverbände Teil eines mehr oder weniger durchlässigen Netzwerkes von Personen und Familien ihres Standes waren (und in diesen agierten), was ihnen das “Obenbleiben” ermöglichte. Eheschließungen waren in diesen Netzwerken ein hochreguliertes Übergangsritual, ein “totales Phänomen”, das die Bildung neuer Familieneinheiten zur Folge hatte und somit neue soziale Beziehungen schuf, und zugleich das sensible Gleichgewicht zwischen Familien und Häusern potentiell ins Wanken bringen konnte.
Vor diesem Hintergrund des sensiblen Ausgleichs und der konfliktanfälligen Prekarität geht es im Referat um Heiratsstrategien, Heiratsmuster und Eheschließungspraktiken im Tiroler Adel im 16. und 17. Jahrhundert. Dabei stellt die Grenzlage des Territoriums zwischen deutschen und italienischen Ländern (mit zwei unterschiedlichen Heiratsgabensystemen) eine besondere Herausforderung dar. Die Heiratskreise und Heiratsverbindungen der Tiroler Adelsfamilien sollen sowohl quantitativ als auch qualitativ in den Blick genommen werden. Dabei wird es sowohl um die geographische als auch um die soziale Orientierung gehen, und um die Frage, welche Faktoren diese beeinflussten. Eheschließungen sind vor dem Hintergrund der Familien- und Verwandtschaftkonstellationen mit ihrem Vermögenssubstrat zu sehen, die die Handlungsmöglichkeiten von Frauen und Männern, Söhnen und Töchtern wesentlich bestimmten. Zugleich fungierten Eheschließungen und Ehen im Netzwerk von adeligen Häusern als Scharniere für die so basilaren adeligen Verwandtschaftsbeziehungen, deren Bedeutung für die Funktionsweise dieser Netzwerke und ihrem langfristigen Bestehen zentral war.